Radiologie / Nuklearmedizin
FAQ

Fragen und Antworten − FAQs (frequently asked questions)

 

Nachfolgend sind häufig gestellte Fragen zum Thema Kernspintomographie für Sie beantwortet. Ihre individuellen Fragen können Sie gerne per Mail oder telefonisch an unsere Praxis−Fachärzte richten.

 

Ist eine Magnet−Resonanz−Tomographie (MRT) strahlenfrei?

Bei einer Kernspintomographie fallen keine Röntgenstrahlen an. Bei der Kernspintomographie wird der Mensch einem großen Magnetfeld ausgesetzt. Über eine Beeinträchtigung der Gesundheit des Menschen bei einer kernspintomographischen Untersuchung ist bisher nicht berichtet worden.

 

Man unterscheidet hier drei verschiedene Felder:

 

1. das statische Magnetfeld  → Grundfeld des Kernspintomographens
2. Wechselfelder − langsam  → Gradientenfelder des Kernspintomographens
3. Wechselfelder − schnell   → Hochfrequenzfeld bei der Anregung der Kerne

 

Statische Magnefelder:
Selbst hohe Magnetfelder beeinträchtigen die Funktion biologischer Systeme wenig. Allenfalls induziert das Magnetfeld in bewegten Strukturen wie z.B. dem Herzen geringe Ströme. Erst bei höheren Feldstärken ab 2 TESLA (wir arbeiten hier mit Feldstärken von bis zu 1,5 TESLA) können Induktionsströme an Herzen bei gleichzeitigem Vorliegen von Erregungsleitungsstörungen evtl. zu einer Beeinträchtigung führen.

 

Gradientenfelder:
Die Gradientenfelder können im Körper geringe Ströme induzieren. Diese sind jedoch bei den heute benutzen Feldstärken ungefährlich, allenfalls können Flimmererscheinungen (optische Sensationen) entstehenden, die jedoch insgesamt sehr selten sind.

 

Hochfrequenzfelder:
Die Radioimpulse (elektromagnetische Wellen) zur Anregung der Kerne werden zum Teil vom Körper absorbiert. Dies führt zu einer geringen Erwärmung der durchstrahlten Körperpartien. Die eingestrahlte Energie beträgt für eine MRT−Untersuchung weniger als 100 Milliwatt pro Kilogramm (mW/kg). Dieser Wert ist um den Faktor 100 bis 1000 geringer als bei einer Hochfrequenzwärmebehandlung, wie z.B. bei der Diathermiebestrahlung für medizinische Zwecke.

 

Fazit:
Insgesamt betrachtet kann davon ausgegangen werden, dass die kernspintomographische Untersuchung bei Beachtung bestimmter Einschränkungen keine Gesundheitsschäden für Patienten und Bediener mit sich bringt.

 

Wann darf ich keine Kernspintomographie durchführen?

  1. Herzschrittmacherträger sind gefährdet und deshalb von der Untersuchung ausgeschlossen.
  2. Bei Personen die Metallprothesen, Clips, Metallsplitter etc. im Körper haben ist besondere Vorsicht geboten und die Indikation vom untersuchenden Arzt streng zu stellen.
  3. Patienten mit implantierten elektronischen Geräten dürfen ebenfalls nicht untersucht werden.
  4. Patienten mit großflächigen Tätowierungen mit metallhaltigen Farben sollten ebenfalls nicht untersucht werden, da hier unter Umständen die Möglichkeit von Hautverbrennungen besteht, durch überhitzung des Gewebes.
  5. Schwangere Frauen bis zum dritten Schwangerschaftsmonat sollten nach Möglichkeit nicht untersucht werden, und wenn ja, nur nach strenger medizinischer Indikation.
 

Ich habe metallische Zahnfüllungen und ein künstliches Hüftgelenk. Kann man damit zur Kernspintomographie?

In der Regel stellen künstliche Hüftgelenke, wie auch andere Gelenkprothesen und metallischen Zahnfüllungen kein Problem dar, da die verwendeten Materialien nicht magnetisch sind. Eine Gefahr für den Patienten besteht in diesen Fällen nicht. Probleme können lediglich bei der Bildgebung auftreten, da die künstlichen Metallimplantate zu Bildartefakte in unmittelbarer Umgebung des Implantates führen.

 

Werden Brille oder Piercing vom Kernspintomographen angezogen?

Sie werden nur dann vom Magneten angezogen, wenn sie aus magnetischen Materialien bestehen. Grundsätzlich sollten diese abgenommen werden, um jegliche Gefahren abzuwenden und letztendlich auch, um Bildartefakte zu vermeiden, die eine Beurteilung der Untersuchungsregion erheblich behindern oder gar unmöglich machen können.

 

Gibt es beim Kernspin den so genannten Elektrosmog?

Nein.

 

Kann man Kindern im Kernspin untersuchen?

Selbstverständlich können auch Kinder im Kernspintomographen untersucht werden. Die Kinder sollten jedoch auf die Untersuchung vorbereitet werden, sie sollten wissen, dass

  1. die Untersuchung keine Schmerzen verursacht,
  2. die Untersuchung laut wird
  3. die sie während der Untersuchung im Durchschnitt 20 Minuten lang sehr still liegen müssen.

Bei Kindern die sehr unruhig sind, bei Neugeborenen oder Kleinkindern bis etwa im Alter von 5 bis 6 Jahren, ist oft eine Untersuchung in Kurznarkose erforderlich.

 

Angst im MRT − Ich habe Platzangst und muss eine MRT−Untersuchung durchführen lassen, welche Möglichkeiten gibt es?

Sollten Sie an Platzangst leiden oder Angst vor der Untersuchung haben, so ist es erst einmal wichtig, gleich vor Beginn der Untersuchung dem Technischen Assistenten oder dem Arzt dies mitzuteilen. Gelegentlich reicht es aus, wenn eine Vertrauensperson mit in den Untersuchungsraum geht während der gesamten Untersuchungszeit in unmittelbarer Nähe des Patienten steht. Wenn dieses nicht ausreicht besteht die Möglichkeit einer Sedierung. Hierbei wird dem Patienten ein Beruhigungsmittel intravenös appliziert. Diese Medikamente wirken sofort. Der Patient verliert seine Angst, ist beruhigt und die Untersuchung kann problemlos durchgeführt werden. Der einzige Nachteil bei dieser Methode ist, dass der Patient anschließend nicht sofort wieder verkehrstüchtig ist, er sollte daher eine Begleitperson zum Termin mitbringen, die ihn anschließend nach Hause begleitet. Anderenfalls ist der Patient nach Einhaltung einer 2− bis 3−stündigen Erholungsphase nach der Untersuchung wieder verkehrstüchtig und kann selbständig am Straßenverkehr teilnehmen.

 

Ist die Kernspintomographie während einer Schwangerschaft unbedenklich?

Grundsätzlich ja, bisher sind keine Nebenwirkungen für Mutter oder das ungeborene Kind bekannt worden. Bei bekannter Schwangerschaft vermeiden wir aus Sicherheitsgründen die Durchführung einer Kernspintomographie innerhalb des 1. Trimenons der Schwangerschaft. Ausnahmen bei strenger medizinischer Indikation sind dennoch möglich.

 

Warum ist ein MRT so laut?

Die Lautstärke bzw. der „Krach” der während einer kernspintomographischen Untersuchung zu hören ist, ist technisch bedingt. Es bedeutet nicht, dass die Maschine defekt ist und wird durch das ständige Umschalten der Gradientenspulen während einer Messsequenz generiert. Sie werden feststellen können, dass die Geräuschkulisse von Sequenz zu Sequenz variiert. Leider ist die Lautstärke mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Geräte in der Regel mehr statt weniger geworden. Wir bieten unseren Patienten einen entsprechenden Gehörschutz an.

 

Sieht man bezüglich der geweblichen Eigenschaften (Dignität) eines Tumors auf der MRT−Mammographie mehr als bei einer Biopsie?

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein bioptisches Präparat, sofern es das krankhafte Gewebe beinhaltet, immer die höchste Aussage über die Gewebezusammensetzung und somit auch der Dignität hat. Die Kernspintomographie der Brust hat aber eine sehr hohe Sensivität und Spezifität und kann daher häufig okkulte Läsionen, also solche Veränderungen die weder in der Mammographie noch in der Sonographie sichtbar sind, erkennbar machen. Die Kernspintomographie dient dann als Navigator, um eine entsprechende Biopsie an der richtigen Stelle zu entnehmen. Die Kernspintomographie kann aber die Biopsie nicht ersetzen.

 

Warum sollte die Kernspintomographie der Mamma nach Möglichkeit zwischen dem 6.−12. Tag nach dem 1. Tag der Periode durchgeführt werden?

Für die Auswertung der Kernspintomographie der Mamma ist die Kontrastmittelanreicherung einzelner Läsionen eines der entscheidenden Kriterien in der Beurteilung. Die Kontrastmittelanreicherung im Brustdrüsengewebe zeigt eine Abhängigkeit vom Menstruationszyklus. Die beste Beurteilbarkeit des Anreicherungsverhaltens krankhafter Läsionen wird zwischen dem 6. und 12. Tag nach Beginn der Periode erreicht.